Was für ein Tag. Was für eine Stimmung. Was für ein Abenteuer. Ehrlich, ich habe eine Woche gebraucht, um wieder ganz „back to my daily life“ zu sein. Am 6. August hat The Race 2026 auf der Trabrennbahn in Baden stattgefunden, das große Galopprennen der Islandpferde über 500m. Nicht nur eines, um genau zu sein, sondern gleich zwei. Wir hatten dieses Jahr so viele Anmeldungen, dass wir die Zahl der Rennen im Vergleich zum letzten Jahr verdoppeln durften.
Man muss natürlich sagen, dass es für Islandpferde heutzutage überhaupt nicht gang und gäbe ist, sich in Galopprennen zu messen. Islandpferde sind Gangpferde, ihr Potential und ihr Können zeigen sie in Gangprüfungen, bei denen alle 4 bis 5 Gangarten der Pferde mit dem Reiter oder der Reiterin gezeigt und von Richter*innen bewertet werden.
Wenn es Rennen gibt, dann werden diese im Pass, der 5. Gangart der Islandpferde, gezeigt – auf einer viel geringeren Distanz. Früher hat es auf Island – so hat mir jemand erzählt – auch Galopprennen gegeben. Das gehört aber eher der Vergangenheit an.


Es ist nicht so, dass wir – Alexander Sgustav und ich – hier einen „neuen Bewerb“ für Islandpferde erfunden hätten. Gar nicht 🙂 . Wir haben nur eine Möglichkeit entdeckt, unsere tollen, einzigartigen, vielfältigen, kraftvollen, superschnellen (ich kann gar nicht aufhören mit Adjektiven) Pferde einem riesengroßen Publikum zu präsentieren und außerdem ein bisschen Abwechslung und Abenteuer zu bringen. Die beiden Islandpferderennen waren Bewerbe im Rahmen einer einmal im Jahr stattfindenden Großveranstaltung auf der Trabrennbahn in Baden. Die Nacht des Pferdes.

Am 6. August war es heuer so weit. Was für eine Atmosphäre. In der Podcast-Episode von „sag`s miia“ (unbedingt reinhören auf Spotify oder Apple Podcasts) meint eine Reiterin, die Veranstaltung habe eine Leichtigkeit, die man sonst auf Islandpferdeturnieren nicht vorfindet. Unter den mehreren tausenden Zusehenden befinden sich nämlich sehr viele Menschen, die über Pferde allgemein und Islandpferde im Speziellen wenig wissen. Die mit einer großen Neugier und Freude staunend den Abend genießen. Die „Nacht des Pferdes“ ist ein großes Fest, das jedes Jahr einen enormen Publikumsstrom anzieht.

Vor dem ersten Rennen um 18.13 Uhr und dem zweiten Rennen um 20.15 Uhr wärmen die Reiterinnen auf der Wiese in der Mitte des riesengroßen Ovals ihre Pferde auf. Die äußere Bahn erstreckt sich übrigens über einen Kilometer, die innere Bahn ist auch noch stolze 800m lang. Nach dem kurzen Warm-Up sind die Pferde und Reiterinnen bereit, sich geordnet und langsam bei der traditionellen Parade dem riesengroßen Publikum zu präsentieren. Das „Geordnet und Langsam“ ist eine kleine Herausforderung, wie sich zeigt – die Situation ist neu für die meisten der Pferde, die allesamt im normalen Pferdeleben superbrave und relativ unerschrockene Pferde sind (unverzichtbare Eigenschaften für ein Vorhaben wie dieses übrigens) – und aufregend! Deshalb wird so manches Pferd eben ein bisschen schneller präsentiert 🙂 .

Während der Parade können die Zusehenden echte Wetten abgeben. Danach ist es die Aufgabe der Reiterinnen ihre Pferde in Rennrichtung umzudrehen und sich langsam hinter dem Startauto einzureihen. Ab diesem Zeitpunkt scheint es so, als wüssten die Pferde ganz genau, worum es geht. Der Nummer gemäß hinter dem langsam anrollenden Startauto einordnen, antölten oder antraben, 500m hinter dem Auto nach, um dann – genau gegenüber der Tribünen – an Tempo zuzulegen und 500m im Galopp um die Wette zu laufen. Der Zieleinlauf befindet sich dann vor der großen Tribüne. Unter lautem Applaus und Jubel.



Die Stimmung ist sensationell, das Publikum feuert Reiterinnen und Pferde lautstark an, die Stimme des Platzsprechers schallt laut über die staunende Menschenmenge. Wenn ihr wollt, könntet ihr auf Instagram beim Account miia.meilensteine den Start und auch den Zieleinlauf ansehen. (Beide Rennen wurden übrigens auch auf Wettkanälen in vielen Ländern live übertragen.)
Nach dem jeweiligen Rennen werden die ersten drei Pferd/Reiterin-Paare wieder zurück gebeten zu einer neuerlichen (Sieger-)Parade unter tosendem Applaus.. Beim Richtturm vor den Tribünen gibt es dann die Siegerehrung, die Sponsor*innen der Preisgelder lernen die Pferde und Reiterinnen kennen, es werden Hände geschüttelt, Fotos gemacht und allseits gratuliert. Ja, Preisgelder gibt es auch.



It was a blast – so würde man heute wohl sagen. Xandl und ich (und der gemeinnützige Verein „miia:meilensteine“) sind unendlich stolz auf die Reiterinnen und ihre Pferde. Ehrlich und ernsthaft. Da mitzureiten ist kein Kindergeburtstag.
Wir schicken heute ein riesengroßes Dankeschön an unsere Sponsor*innen fjöll-design (für Pokale und Geschenke), an die Kleine Fräserei (für Geschenke) und an stableculture für die supercoolen, humorvollen Rennshirts in verschiedenen Farben für unsere Reiterinnen.



Aber am Allermeisten bedanken wir uns bei den Reiterinnen, die ihre Islandpferde in einzigartiger Art und Weise einem riesengroßen Publikum präsentiert haben. Hier kommen ihre Namen (sortiert nach der Platzierung):
Rennen 1:
- Veronika Macher & Elding
Sophie Schüller und Snækollur - Dominique Dünser und Dilja vom Kirchnerhof
- Viktoria Niemann & Álfadis
- Katharina Zach & Eldur
- Sabine Kratochwill & Friða
- Elisabeth Streit & Dökkvi
Rennen 2:
- Ria Kröll & Kimni
- Nadine Gritsch & Elfa
- Johanna Esterl & Samba
- Valerie Dünser & Andra
- Leonie Brandel & Skriða






Danke für euren Mut, euer Vertrauen, euren Zusammenhalt, euren Teamspirit und eure Sattelfestigkeit.
Allen Zuschauer*innen und Unterstützer*innen möchte ich auch ganz herzlich danke sagen. Fürs Anfeuern, Jubeln und auch für die Nachrichten, die ich nach dem Rennen bekommen habe. Mit Handyvideos von allen Seiten.
Danke an die hilfsbereiten und superfreundlichen Mitarbeiter der Trabrennbahn, die uns vom Anfang bis zum Ende des Renntags optimal unterstützt haben.
Last but not least: ein ganz herzliches Dankeschön an die Fotografin Sandra Tögel „saendras“, die wunderbare Bilder vom Rennen gemacht und allen Mitreitenden zur Verfügung gestellt hat.
So haben wir alle Erinnerungen. Und die bleiben für immer.
Collecting memories. Not things.
